Was ist Bourbon? Was ist Whiskey?
Ob Bourbon Whiskey, Rye Whiskey, Tennessee Whiskey oder Corn Whiskey. All diese Whiskey Arten werden in den USA unter dem Sammelbegriff des amerikanischen Whiskeys zusammengefasst. Whiskey in Amerika kann aus Roggen, Gersten, Weizen oder Mais bestehen. Corn Whiskey, also Mais Whiskey ist sehr häufig, da Mais einfach günstiger als Weizen oder Roggen ist. In den USA ist es möglich, dass eine Distillery eine Vielzahl von Bourbon mit unterschiedlichen Markennamen herstellt. Aus diesem Grund gibt es auch nur ungefähr 15 Distillerien, die sich den Markt aufteilen. Grob unterschieden werden folgende Whiskey Sorten: American Straight Whiskey muss mindestens zwei Jahre im Eichenfass gereift sein. Enthält er mehr als 51 Prozent Roggen, ist es ein Rye Whiskey. Ein Corn Whiskey ist ein Whisky, der mindestens 79 Prozent Maisanteil enthält. Ein Bourbon ist ein Whiskey aus den USA, der aus mindestens 51 Prozent bis maximal 80 Prozent Mais besteht und ebenfalls zwei Jahre im Eichenfass lagern muss, dass innen angekohlt wurde. Der Tennessee Whiskey stammt nur aus Tennessee und der Markt hier wird vor allem von Jack Daniels und George Dickel beherrscht. Die bekanntesten Marken sind Jim Beam, Makers Mark, Jack Daniels, Woodford Reserve, George Dickel, Four Roses, Evan Williams, Buffalo Trace, Van Winkle, Blanton und Wild Turkey.

Geschichte des Whiskeys in den USA
Nach der Besiedelung Amerikas wurde auch dort versucht, Whiskey aus Getreide oder Mais herzustellen. Da Gerste nur sehr schlecht wuchs, begannen die Bauern in Nordamerika die dort gut wachsenden Getreidesorten Roggen und Weizen zu vergären. Die ältesten Brennereien entstanden in Maryland, Pennsylvania und Virginia. Da auch Torf nicht zu finden war, konnten die traditionellen Rezepte zur Whiskyherstellung nicht angewandt werden und so wies der gewonnene Brand weniger Geschmack auf. Durch das Auskohlen der Eichenfässer versuchte man, mehr von dem gewohnten Raucharoma in das Destillat zu bringen. Ebenso tötete das Auskohlen Bakterien ab. Erst Ende des 1800 Jahrhunderts entstanden legale Whiskeybrennereien in den USA, mit dem geschäftlichen Zweck der Whiskey Herstellung. Auch in Amerika wurde Whiskey besteuert: 1794 erließ George Washington, der selbst eine Brennerei betrieb, eine Steuer auf Whiskey, da der Finanzbedarf des jungen Staates nach dem Ende des Krieges sehr hoch war. Doch die Siedler nahmen diese Steuer nicht hin und es kam in Pennsylvania zur Rebellion. Sie wurde von einer 13.000 Mann starken Armee unter Henry Lee niedergekämpft. Die Whiskeybrenner zogen danach weiter nach Westen in die Staaten Kentucky und Tennessee.
Durch die amerikanische Prohibition von 1920-1933 mussten die meisten kleinen Brennereien in Amerika schließen. Auch in Schottland führte dies zur Schließung vieler Brennereien. Nach dem Ende des Alkoholverbots kontrollierten nun größere Konzerne die neu anlaufende legale Produktion. Auch in den Ursprungsländern vollzog sich in den kommenden Jahrzehnten eine immer stärker werdende Konzentration der Brennereien. Nur vereinzelt gibt es noch kleinere Unternehmen, die einzelne Brennereien betreiben. Dies ist auch ein Grund, warum irischer Whiskey in den USA wenig getrunken wird. Während der Prohibition versuchten Länder wie Canada und Schottland den Whisky weiter in das Land zu schmuggeln und die Leute gewöhnten sich an den Geschmack. Als sich der Markt wieder öffnete und die Iren begannen, wieder ihren Irish Whiskey zu importieren, wollte den niemand mehr, da keiner den Geschmack kannte.
Wie wird amerikanischer Whiskey hergestellt?
Amerikanischer Whiskey wird aus Roggen (Rye), Mais (Corn), Gerste (Barley) oder seltener Weizen (Wheat) hergestellt. Die Zusammensetzung der Getreidesorten unterscheidet sich regional.
Bourbon ist ein Whiskey, der aus mindestens 51 Prozent Mais hergestellt werden muss, bevorzugt wird ein Maisanteil in der Maische von etwa 65 bis 75 Prozent Volumen. Darüber hinaus gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Lagerzeit von zwei Jahren, die in neuen, innen angekohlten Weißeichenfässern absolviert werden muss. Die Verwendung von frischen Eichenfässern, die dem Bourbon einen guten Teil seines Geschmacks verleihen, wurde nicht etwa des Geschmackes wegen eingeführt. Vielmehr wollte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts strukturschwache Regionen mit üppigen Wäldern wirtschaftlich unterstützen. Bourbon Whiskey erreicht aufgrund des frischen Holzes der Fässer und der klimatischen Verhältnisse seiner Herstellungsregion seine Reife schon nach wenigen Jahren. Die Bezeichnung stammt vom Bourbon County in Kentucky, dass nach dem französischen Herrschergeschlecht der Bourbonen benannt wurde.
Rye Whiskey oder einfach nur Rye ist der von vielen Kennern als intensiver und würziger beschriebene Whiskey. Dessen Maische muss mindestens 51 Prozent Roggen enthalten. Er war der ursprüngliche Whiskey in ganz Nordamerika.
Erst zum Ende der Prohibition wurde der Rye Whiskey vom Bourbon bzw. Tennessee Whiskey an Popularität überholt und ist heute beinahe eine Seltenheit. Tennessee Whiskey stammt zu mindestens 51 Prozent aus Mais und zu mindestens 20 Prozent aus Roggen, Weizen oder Gerste. Er wird vor der Fasslagerung über Holzkohle gefiltert, was ihn sehr mild macht. Dieses Verfahren wird Charcoal Mellowing, Leaching oder Lincoln County Process (wie es korrekt heißt) genannt. Diese Holzkohle wird von Köhlern aus Ahornholz hergestellt.
Corn Whiskey ist Maiswhiskey (corn = Mais) mit mindestens 80 Prozent Maisanteil in der Maische. Der Whiskey darf maximal bis 80 Prozent Volumen ausdestilliert werden und muss mindestens zwei Jahre in frischen oder gebrauchten innen unverkohlten Eichenfässern lagern.
Unsere Whiskey Vorschläge
Preiswerte amerikanische Whiskeys mit hoher Qualität sind Jack Daniels Gentleman Jack, Jim Beam Black Label, Blanton Green Label, George Dickel No. 8 und Makers Mark Red Wax. Etwas hochwertiger sind Elijah Craig 12 Jahre, Four Roses Single Barrel, Jack Daniels Silver Select, Blanton Cask Strength, Woodford Reserve, Jim Beam Signature, Evan William Single Barrel und Virginia Gentleman. In der höchsten Klasse findet sich der Elijah Craig 18 Jahre, Knob Creek, Wild Turkey Russels Reserve, Bookers Noe, Bakers und auch der Elijah Craig 12 Jahre Barrel Proof. Grundsätzlich gibt es eigentlich keinen schlechten Bourbon Whiskey. Bevor man jedoch nicht alle etablierten Whiskeymarken probiert hat, sollte man von Experimenten die Finger lassen. Zum pur Trinken nur mit Vorsicht zu genießen sind Heaven Hill Bourbon, Huxley Rare Genus Whiskey, Jim Beam Fire, Koval Whiskey, Jack Daniels Honey und Jack Daniels Sinatra Select. Gerne beraten wir Sie in Fragen rund um amerikanischen Whiskey. Wir führen über 100 Sorten in unserem Online Shop.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Bourbon Whiskey
Ist Bourbon Whiskey Single Malt?
Ein Single Malt Scotch Whisky kommt aus seiner schottischen Distillery. Und wird aus gemälzter Gerste hergestellt. Ein Single Malt Whisky stammt aus einer einzigen Distillery. Malt bedeutet auf Deutsch Malz. Stammt ein Bourbon aus einer einzigen Distillery, ist es vom Prinzip ein Single Malt. Da ein Bourbon Whiskey aus den USA stammt, ist ein Bourbon aus einer Distillery ein Single Barrel. Sehr bekannt sind der Jim Beam Single Barrel oder Jack Daniels Single Barrel.
Ist Bourbon Whiskey Glutenfrei?
Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen. Das National Institute of Health and several major celiac societies in den USA sagt, dass jeder Bourbon Whiskey glutenfrei ist. Denn während der Destillation wird das Gluten-Protein entfernt. In einer anderen glutenfreien Liste findet sich der Hudson Bay Bourbon, Jack Daniels Tennessee Whiskey, Makers Mark und Wild Turkey.
Ist Bourbon Whiskey süß?
Bourbon Whiskeys mit einem hohen Maisanteil haben mehr süße Aromen. Ein Jim Beam Rye Whiskey dagegen besteht fast ausschließlich aus Roggen und ist würziger und schärfer im Geschmack. Four Roses und Makers Mark nutzen einen hohen Weizen Anteil und produzieren einen leicht süßlichen Whiskey. Auch Woodford Reserve ist milder. Richtig süßlich ist jedoch kein Bourbon Whiskey. Da keine Zusatzstoffe hinzugegeben werden. Wer einen wirklich süßlichen Whiskey im Shop kaufen möchte, sollte auf flavoured Sorten ausweichen. Wie Jim Beam Honey, Jim Beam Apple oder Jim Beam Cherry.
Bourbon Whiskey von Aldi?
Bei Aldi wird Kentucky Straight Bourbon Whisky von Clarkes Westpoint angeboten. Es ist ein sehr günstiger Whiskey, den man mischen sollte. Er ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, pur getrunken zu werden. Sondern soll im Glas mit Cola den Geschmack von Bourbon Whiskey vermitteln. Vielen Trinkern geht es eher um den Bourbon-Geschmack in Verbindung mit Alkohol. Wir empfehlen, einen Bourbon ab 15 Euro pro 0,7 Liter zu kaufen. Besser noch ab 20 Euro pro 0,7 Liter. Wobei der Aldi Bourbon auf jeden Fall seine Berechtigung hat und keinesfalls ein schlechter Bourbon ist. Er konnte bei Falstaff sogar 89/100 Punkte erhaschen.
Wieviel Alkohol ist im Bourbon Whiskey?
und maximal 62,5 % Vol. Guter Bourbon hat zwischen 43 und 45 % Vol.
Ist Jack Daniels ein Bourbon Whiskey?
Jack Daniels Whiskey wird zu knapp 80 Prozent aus Mais hergestellt. War für einen Bourbon Whiskey ein hoher Anteil wäre. Der Rest ist vermutlich Gerste und Roggen. Er wird jedoch nicht als Bourbon, sondern als Tennessee Whiskey, ähnlich dem George Dickel vermarktet.