Die Tiroler Schnapsbrennerei Rochelt aus Fritzens
Neben all den Brennereien aus der Schweiz und aus Deutschland gibt es auch die eine oder andere Destillerie aus Österreich, die sich auf Edelbrände spezialisiert hat. Feinschmecker wenden sich gern an die Tiroler Schnapsbrennerei Rochelt, die für traditionsbewusste und herrlich hochwertige Produkte steht. Mit Klassikern wie dem Rochelt Wachauer Marillenbrand aus österreichischen Aprikosen und vielen weiteren Edelbränden stellt das familiengeführte Unternehmen sicher, dass für jeden Geschmack etwas Passendes dabei ist. Besonders beliebt sind bei Genießern die Cuvées, in denen mehrere Früchte bzw. natürliche Zutaten zusammenfinden. Der Kasteler vereint z. B. Birnen und Pflaumen mit Vogelbeeren, während der Inntaler sich aus Himbeeren, Quitten und Williamsbirnen zusammensetzt. Der Gravensteiner Edelbrand setzt nur auf Äpfel und ist ebenso beliebt wie der Kirschbrand des Hauses. Was den Rochelt Marille und die übrigen Obstbrände noch auszeichnet? Neben der hohen Qualität die Tatsache, dass der Schnaps in der extravaganten, unverwechselbaren Flasche ruht. Die Rocheltflasche im bauchigen, gerillten Kristall-Look ist ein edler Blickfang.
Was ist das Besondere an der Rochelt Schnapsbrennerei?
Wer die Rochelt Schnapssorten zum ersten Mal sieht, kann sich vielleicht sogar an die grünen Zangenflaschen erinnern. Dass er diese irgendwo in einem tollen Restaurant gesehen hat. Auch beim Dallmayr in München oder Feinkost Käfer München sind diese zu finden. Ein erster Blick auf den Preis versetzt einem einen Schreck. Mehr als 200 Euro werden für eine 0,35 Liter Flasche verlangt. Doch warum? Wir klären auf. Die Brennerei befindet sich in Fritzens in Tirol und erinnert an ein Bauernhaus. Von außen kann man nicht sofort erkennen, dass sich im Inneren eine Brennerei befindet. Das Zentrum der Brennerei ist die große mandelgrüne Küche. Denn als Günter Rochelt im Jahr 1989 die Brennerei erbauen ließ, war er in erster Linie Koch. Seine Frau Daniela hatte ihm geraten, eine große Küche zu bauen, damit er seinen Gästen auch etwas zu essen anbieten konnte. Inzwischen hat Alexander Rainer aus der Familie die Brennerei übernommen. Rochelt Schnaps wurde nicht für Menschen destilliert, die gerne viel Alkohol trinken. Sondern für Genussmenschen, die sehr wenig Alkohol trinken möchten, jedoch das volle Aroma im Mund haben wollen. Der Schnaps selbst enthält so viele Aromen so dass 2 cl ausreichen, um die Aromen des Schnapses zu genießen.
So wurde die Rochelt Brennerei gegründet
Zuerst wurde in Österreich in den Klöstern Alkohol für medizinische Zwecke destilliert. Anschließend wurde von Obstbauern das verdorbene Obst destilliert, um Alkohol herzustellen und die Reste zu verwerten. Der Gründer Günter Rochelt war es leid, Industrieschnaps mit wenig Aroma zu trinken und begann in der Garage mit Früchten aus dem Garten seiner Cousins Branntwein zu destillieren. Fast 20 Jahre hat er sein Know-how verfeinert, bevor er 1989 seine Brennerei eröffnete. Im Jahr 2003 erkrankte der Gründer schwer und sein Schwiegersohn Alexander Reiner wurde sechs Jahre lang eingearbeitet. Annia, die Tochter vom Gründer Günter Rochelt und Ehefrau von Alexander Rainer war besorgt, dass es zwischen beiden Männern nicht klappen könnte. Doch es klappte und nun führt Alexander Rainer seit 2009 die Rochelt Brennerei. Maximal 250 Tonnen Obst werden bei Rochelt im Jahr geerntet. Das entspricht einer maximalen Endproduktion von ungefähr 7.000 Litern Alkohol. Dies ist für einen gewerblichen Betrieb sehr wenig. Doch es werden nur Früchte verwendet, welche der Rochelt Qualität entsprechen. Erreicht eine Sorte nicht die Qualitätsstandards, wird in dieser Saison auf die Destillation verzichtet.
Die Rochelt Grundsätze
Die Destillation selbst erfolgt ohne den Zusatz von Zucker, Aromen oder Hefe. Das Destillat wird später nicht gefiltert oder mit Wasser verdünnt. Gelagert wird es in Glasballons, die mit einem Tuch bedeckt sind für bis zu zwei Jahrzehnte. Für einen einzigen Liter reinen Alkohol werden bis zu 80 Kilogramm Obst benötigt. Bei Schlehen sogar bis zu 100 Kilogramm. Und dies macht schlussendlich den hohen Verkaufspreis aus. Die hohe Qualitätsstufe und die irrsinnige Menge an Früchten, um einen Liter Alkohol herzustellen. Zudem wird bei dieser kleinen Menge immer noch fast ausschließlich per Hand gearbeitet. Die Etiketten werden per Hand aufgeklebt und abgefüllt in den smaragdgrünen Zangenflaschen. Wenn in der Brennerei nach einem wilden Tag die benutzten Gläser im heißen Wasser gereinigt werden, kann man im Raum sogar noch den Duft des Schnapses riechen. Was bei künstlichen Aromen unmöglich wäre.
In der Brennerei sorgen die 10 Rochelt Prinzipien für Qualität, aber auch den hohen Einstandspreis. Der schlussendlich für den Verkaufspreis verantwortlich ist. Trotz der Tatsache, dass wichtige Gold Medaillen und Auszeichnungen fehlen, oder der Schnaps als Edelbrand ausgewiesen wird. Genutzt werden nur die besten vollreifen Früchte aus der Umgebung, die selbst den höchsten Anforderungen entsprechen. Alles wird vom Anbau bis zur Ernte mit den Obstbauern abgestimmt. So eng, dass 90 Prozent der Obstbauern bei einer möglichen Zusammenarbeit abwinken. Die gereinigten Früchte werden dann auf natürliche Weise vergärt, ohne Zugabe von Gärhilfen. Die vergorene Maische wird zweifach gebrannt und lagert bis zu 20 Jahre im hauseigenen Schnapslager. Vor Abfüllung in Flaschen wird der Schnaps nicht gefiltert und das zugesetzte Wasser, um die Trinkstärke von 50 % Vol. zu erreichen, wird auf ein Minimum beschränkt.
Für wen eignen sich Rochelt Brände?
Aufgrund des hohen Preises sind Rochelt Brände nicht für Genusstrinker geeignet, die am Abend eine größere Menge Schnaps trinken. Die auch einmal mischen oder den Schnaps aus dem Stamperl trinken. Der Rochelt Schnaps wird normalerweise in einer Menge von 2 cl aus einem nach oben geöffnetem Glas getrunken. So kann der Alkohol einfacher entweichen. Auch 1 cl wird nicht sofort komplett getrunken, sondern man nimmt den Schnaps in den Mund und lässt diesen etwas im Mundraum, bevor man den Schnaps genüsslich schluckt. Dann stellt sich der Wow-Effekt ein und am Gaumen und der Zunge beginnen sich die Aromen zu entfalten. Deshalb spielen die Schnäpse preislich und geschmacklich in einer anderen Liga. Rochelt hat vom Prinzip keine großen Mitbewerber. Denn diese haben sich alle auf eine größere Abfüllmenge und automatisierte Herstellung spezialisiert. Den Schnaps muss man sich leisten wollen und können. Wer gerne sehr guten Alkohol in geringer Menge trinkt und ungeahnte Aromen in seinem Glas sucht, der wird hier fündig. Empfehlenswert sind auch die drei Tasting-Sets mit je sieben Flaschen und 4 cl Inhalt.